Der Oreya Chor beim Konzert in der Kirche in Klingelbach2016

Chorgemeinschaft beim ihrem Auftritt


Chor „Oreya“ aus der Ukraine zu Gast

Der Chorgemeinschaft Katzenelnbogen/Allendorf gelang es dank ihres Dirigenten Wassiliy Kotykov ein beeindruckendes und einmaliges Chorerlebnis der Spitzenklasse den Besuchern der evangelischen Kirche Klingelbach zu bieten.

Der Meisterchor Oreya aus der Ukraine machte auf seiner Konzertreise durch Deutschland und Europa Station in Klingelbach. Musikalisch eröffnete die Chorgemeinschaft hochmotiviert unter Wassily Kotykov den Abend mit „Das Tal in den Bergen“ und „Wasserrose“.

In folkloristischer Chorkleidung war der Chor „Oreya“ schon eine Augenweide, als er den sakralen Raum betrat. Der besondere voluminöse Chorklang der russischen Chören eigen ist und die perfekte Übereinstimmung von Chor und Dirigent Alexander Vatsek faszinierten vom ersten Augenblick an und zog die Zuhörer in ihren Bann. 

Von 1993 bis 2014 gewann der Chor „Grand Prix“ neun Mal bei internationalen Chorwettbewerben in vielen Ländern. 

Peter Schleenbecker, als Moderator des Abends, stimmte die Gäste auf die einzelnen Lieder ein. Der erste Teil des Abends war den Volkliedern gewidmet.  Vogelgezwitscher leitete über zu „Es sind die Veilchen aufgeblüht“, ein verliebtes Mädchen sammelt Blumen und will mit ihrem Verleibten alleine sein. Glockenhelle Soprane und tiefste Bässe, die russischen Chören eigen sind, spiegelten tiefempfundene Interpretation der Gesänge wider und gingen unter die Haut. Ein weiteres Lied beschreibt das Leben in Tschechen, in Mähren, bei Eiseskälte, nur das Getränk „Pecka“ wärmt auf. Die russische Seele und Mentalität der Menschen blitzt immer wieder durch und so auch in einem Weihnachtslied.

Der Konzertabend wird zeitweise zu einer Art Bühnenschau. Die aufgelockerte Chorhaltung gleicht einer Choreographie und intensiviert so den Gesang.

In einem Lied in dem es um den Tanz geht wird dies zugleich in die Tat umgesetzt und zwei Sänger bilden sogar einen Kontrabass, herrlich.

Paarweise schreitet der Chor in die Pause, um sich dann geistlichen Gesängen zuzuwenden. Da erklingt ein „Regina coeli“, achtstimmig und betend und flehend schreiten die Sänger vor dem Altar umher, um in gleicher Intension ein “Ave Maria“ mit ausgeprägtem crescendo und decrescendo erklingen zu lassen. Drei geistliche Gesänge beeindrucken durch die Aufteilung des Chores vor dem Altar und im Hintergrund der Kirche.

Dann gibt es eine Überraschung. Der ganze Raum ist abgedunkelt und aus dem Dunkel erklingt leiser, fast sphärischer Klang, der aus mit Wasser gefüllten Gläsern, die beim Streichen Töne erzeugen, gebildet wird. Dazu flammen nacheinander Lichter aus den Reihen des Chores auf. Fast beschwörend erklingt eine Komposition die Leonardo da Vinci gewidmet wurde. Ein Hochzeitsmarsch aus Norwegen sorgt für Furore, denn zu dem Klang von Percussion und Schlagzeug tanzt und singt der ganze Chor. Stehende Ovationen dankten dem Chor, der ohne Zugabe nicht entlassen wurde. Als Dank an das Publikum gab es eine perfekte Darbietung mit Tanz, Gesang untermalt mit Kastagnetten und Fächer zu der Habanera aus der Oper Carmen. Ein unbeschreiblicher Ohren- und Augenschmaus ging so zu Ende.

 

Zu Foto: Mit Gesang und ganz in die musikalische Gedankenwelt vertieft begeisterte der ukrainische Chor „Oreya“ die Besucher in der ev. Kirche zu Klingelbach.

 

Text: Sigrid Baumann  Foto: Dieter Hermann