Geschichte des CGV


Der Catzenelnbogener Gesangverein 1837 e.V. gehört zu den ältesten Gesangvereinen im Nassauer Land. Überall in Deutschland entstanden nach den Freiheitskriegen (es ist die Zeit nach 1814) „Liederkränze“. So nannte man damals die ersten Gesangvereine, die allen Schichten der Bevölkerung offenstanden und die das Volkslied und volkstümliche Weisen der Öffentlichkeit zu Gehör brachten. Auch in Katzeneinbogen wurde im Jahr 1837 der Gesangverein „Liederkranz“ gegründet.
Der „Liederkranz“ bekam im Jahr 1872 Konkurrenz bekommen - mit der Gründung eines zweiten Gesangvereins, der sich den Namen „Teutonia“ gegeben hatte. Diese Neugründung vollzog sich so still und friedlich, dass nicht einmal die Redaktion der Zeitung davon Notiz nahm.
Am 21. Januar 1899 kam es zur Vereinigung beider Vereine und es entstand der „Catzenelnbogener Gesangverein“. Am 8. April 1929 trat der Catzenelnbogener Gesangverein dem Nassauischen Sängerbund bei und wurde dem Gau VIII Unterlahn angeschlossen.
Die Jahre nach dem 2. Weltkrieg brachten überall im Land der Chorarbeit neuen Auftrieb. Auch in Katzenelnbogen war das so. Es wurde fleißig geübt, Wettstreite und Weinpreissingen fanden statt und Chorgemeinschaften bildeten sich. Der Catzenelnbogener Gesangverein hatte von seiner Gründung im Jahre 1837 bis heute
24 Dirigenten und 27 Vorsitzende und singt heute unter der musikalischen Leitung von Wassiliy Kotykov mit 30 Sängern.
Eine Anekdote aus dem Vereinsleben:
In der Zeit von 1899 - 1914 bestand der „Catzenelnbogener Gesangverein“ aus 25 - 28 aktiven Sängern. Man war also in den Übungsstunden immer auf die Anwesenheit aller Sänger angewiesen. Da aber nach dem Protokollbuch immer wieder Sänger unentschuldigt fehlten, musste der Verein sich eine Ordnung geben. Aus ihr geht hervor dass man Entschuldigungen nur in ganz dringenden Fällen annahm. Dreimaliges Fehlen führte zum Ausschluss aus dem Verein. Für die Übungsstunden selbst wurde beschlossen: „Jedes Mietglied hat, sobald es das Vereinslokal betritt, die Pfeife oder Zigarre aus dem Mund zu nehmen. Während des Singens darf nicht gesprochen werden

Der „Catzenelnbogener Gesangverein“ gehört zu den ältesten Gesangvereinen im Nassauer Land. Überall in Deutschland entstanden nach den Freiheitskriegen (es ist die Zeit nach 1814) „Liederkränze“. So nannte man damals die ersten Gesangvereine, die allen Schichten der Bevölkerung offenstanden und die das Volkslied und volkstümliche Weisen der Öffentlichkeit zu Gehör brachten. In dem 1981 erschienenen Buch: „Herzogtum Nassau 1806 - 1866“ wird über die Gründung von Gesangvereinen folgendes berichtet: „Sie schossen wie Pilze aus der Erde. Mit der französischen Revolution hatte der Ruf nach Freiheit und Würde des Menschen auch in Deutschland ein lebhaftes Echo gefunden. Mit der Neubesinnung auf die Werte deutscher Kulturgüter, auf Frauentugenden, Männertreue und Heimatliebe ging Hand in Hand ein neu erwachtes Naturgefühl. Mit den deutschen Burschenschaften und der Turnbewegung Ludwig Jahns erwuchs aus dem Nährboden ererbten Volkstums und neu erwachten Naturempfindens auch die heimische Sängerschaft. Ihr Anliegen war es, durch das von Männern gesungene Lied und durch Pflege edler Geselligkeit einen wesentlichen Beitrag zur Untermauerung des werdenden Reiches zu liefern.“
In der herzoglich-nassauischen Zeit waren es vor allem die Lehrer, die das Singen in den Schulen förderten und pflegten und damit unter der Bevölkerung Verständnis für die Musik weckten. Was in der Schule möglich war, sollte das nicht auch mit Männern zu erreichen sein? Aber dazu muß schon jemand den Anstoß geben, um schlummernde Gaben zu wecken. In Katzenelnbogen war es der Lehrer Johann Heinrich Bautz, der am 1. 7. 1833 hierher versetzt worden war und der 24 Jahre lang seinen Dienst an den Kindern versah. Er begann mit Männern aus Katzenelnbogen vierstimmig zu singen. Aus jenen Tagen ist nur bekannt, daß sich der junge Verein im Jahr 1837 den Namen „Liederkranz“ gab und im Jahr 1844 die Fahnenweihe vornahm. Wir wissen nichts über das Liedgut, das gesungen wurde, wenig auch über die Dirigenten, über die Zahl der Sänger, über den Übungsort. Im Jahre 1843 erschien bereits eine Sammlung von Männerchören im nassauischen Raum. Ob der junge Gesangverein dieses Werk gekannt und daraus gesungen hat, ist nirgendwo erwähnt. Niemand hielt es für erforderlich, die Geschichte des Vereins für die Nachwelt festzuhalten, auch die spärlich erscheinenden Zeitungen brachten in ihren Lokalnachrichten kaum etwas, was für uns heute nachlesenswert gewesen wäre.

„Gesangverein "Liederkranz“ (1837 - 1899)
Erst in der preußischen Zeit wird das anders, als das „Kreisblatt des Unterlahnkreises“ anfing, besondere Geschehnisse von der Aar und dem Einrich zu berichten und auch zu kommentieren. So taucht gelegentlich und seit 1880 öfters einmal eine Zeitungsmeldung über den Gesangverein „Liederkranz“ auf - aber es brauchte noch seine Zeit, bis ein eigenes Protokollbuch des Gesangvereins im Jahr 1893 angelegt wurde, dem mehr zu entnehmen war. Die erste Nachricht des Kreisblattes ist vom 1. 9. 1886. Sie lautet: „Nächsten Sonntag, den 5. Sept. Nachmittags 5 Uhr anfangend, wird der hiesige Gesangverein „Liederkranz“ auf dem Bierkeller des Herrn Bremser ein Konzert veranstalten. Der Eintritt zu demselben ist frei und ist deshalb auf zahlreichen Besuch zu rechnen.“ Daß man auch vor 100 Jahren in Katzenelnbogen die Geselligkeit pflegte und dabei auch die weitere Umgebung kennenlernen wollte, macht nachstehende Notiz vom 4.7. 1887 deutlich. „Heute unternahm der hiesige Gesangverein Liederkranz einen Ausflug nach Bad Schwalbach. Präcis 5 Uhr Morgens fuhr der Verein per Leiterwagen durchs Aartal seinem Bestimmungsort zu und langte um 10 1/2 Uhr daselbst an. Nachdem der Verein sein Absteigequartier im Gasthof "Zum Riesen" genommen und sich etwas erholt hatte, besuchte derselbe das Kurhaus, Kolonnaden und Kuranlagen, sowie die verschiedenen Mineralbrunnen, kehrte um 4 Uhr von dorten zurück und kam in bester Stimmung um 10 Uhr Abends hier wohlbehalten an."
Weitere besondere Ereignisse des Vereinslebens waren nicht auffindbar.
Gesangverein "Teutonia" (1872 - 1899)
Der Gesangverein „Liederkranz“ hat im Jahr 1872 „Konkurrenz“ bekommen mit der Gründung eines zweiten Gesangvereins, der sich den Namen „Teutonia“ gegeben hat. Diese Neugründung vollzog sich so still und friedlich, daß nicht einmal die Redaktion der Zeitung davon Notiz nahm und die Tatsache nirgendwo erwähnt wurde. Sie wurde als kurze Mitteilung in einem Protokoll vom 21. 7. 1924 vermerkt. Offenbar waren sehr viele sangesfreudige Männer in Katzenelnbogen, daß dieser Gesangverein notwendig wurde. Neben den beiden Gesangvereinen „Liederkranz“ und „Teutonia“ gab es noch den Gesangverein „Sängerlust“, dessen Bestehen in einem Protokoll vom 20. 11. 1894 erwähnt wird und der 1897 noch existierte. Ein Gruppenbild und eine Fahne erinnern an diesen Verein. Von einer Vereinigung mit den beiden anderen Vereinen ist nichts bekannt, auch nichts über seine Auflösung.
Daneben gab es vor 100 Jahren noch einen Musikverein, der im Winter die Zuhörer mit Konzerten beglückte. Die vier Vereine wetteiferten miteinander und fanden immer viel Zustimmung bei der Bevölkerung. Eine Zeitungsnotiz vom 29. 12. 1886 berichtet über ein Konzert des Gesangvereins „Teutonia“ mit folgenden Sätzen: „Das Konzert des hiesigen Gesangvereins „Teutonia“ am ersten Weihnachtstag verlief in glänzender Weise. Sämtliche Piecen (Stücke) wurden außerordentlich gut vorgetragen und erfreuten durch ihre Präzision, Reinheit und gute Aussprache. Da alle Nummern des Programms äußerst schwierig waren und über den Rahmen eines gewöhnlichen Gesangvereins hinausgehen, gebührt den wackeren Sängern und ihrem Dirigenten für diese außerordentliche Leistung die höchste Anerkennung. Möchte namentlich der so vorzüglich gemischte Chor dieses Vereins uns erhalten bleiben.“
Ob dieser Wunsch in Erfüllung ging, darüber ist nichts bekannt. Der Gesangverein „Teutonia“ war bis zu seiner Auflösung im Jahr 1899 ein reiner Männerchor, der gelegentlich mit einem Mädchenchor ein Konzert veranstaltete.
Einmal wird auch berichtet, daß die beiden Gesangvereine bei einer Veranstaltung der Zivilgemeinde Katzenelnbogen mitgewirkt haben und zwar bei der Einweihung des neuen Friedhofes von Katzenelnbogen am 14. 3. 1892.
Gesangverein „Liederkranz“ und Gesangverein „Teutonia“ schließen sich zusammen zum „Catzenelnbogener Gesangverein“.
Zu Beginn der 90er Jahre war bei den Sängern des „Liederkranz“ und der „Teutonia“ die Frage.aufgekommen, ob man nicht gemeinsame Sache machen, d. h. einen Zusammenschluß beider Vereine vornehmen solle. Ausgelöst wurde die Frage durch das Angebot eines Mitglieds des Gesangvereins „Teutonia“, Herrn Ferdinand Basse, einem langjährigen Bewohner des Sanatoriums, der schon durch Gesang und angeborenes Organisationstalent dort mache Feier mitgestaltet hatte. Basse bot sich an, bei der Aufführung eines Theaterstücks durch den Gesangverein „Liederkranz“ im November 1895 mitzuwirken. Das Protokoll vermerkt dazu nur: „Das Angebot wurde unsererseits freudig angenommen.“ Erste Schritte eines Miteinander waren getan. Daß man im Gespräch blieb, geht aus einer Anmerkung im Protokollbuch hervor, wonach der Gesangverein „Teutonia“ einen noch gut erhaltenen Flügel an den Gesangverein „Liederkranz“ für 60 Mark verkaufte; außerdem wurden inoffiziell gemeinsame Gesangsstunden angeboten. Aber nun trat etwas ein, womit niemand gerechnet hatte. Der Gesangverein „Liederkranz“ war durch die Kündigung des Dirigenten, des Lehrers Paul aus Schönborn, in einen Notstand geraten. Ein neuer Dirigent war nicht in Sicht. So entschloß sich der Gesangverein „Liederkranz“ nach kurzer Besprechung den Antrag des Gesangvereins „Teutonia“ anzunehmen, d. h. also zu gemeinsamen Übungsstunden zusammen zu kommen. Von einem Zusammenschluß der bei den Vereine war aber in diesem Stadium noch nicht die Rede. Die Weihnachtsfeier 1896 haben die beiden Vereine noch getrennt gehalten, was aus dem Protokoll vom 24. 10. 1896 hervorgeht, in dem es heißt: „daß Lehrer Bücher, Westerburg, sich erbot, in Unterstützung seines Schulkameraden Wilhelm Lenz, Uhrmacher (Präsident des Gesangvereins „Liederkranz“) das Konzert für die Weihnachten in Ermangelung eines Dirigenten zu leiten.“ Lehrer Bücher ist auch bereit, die Lieder unter Mitwirkung seines Freundes zu dirigieren und alle 8 - 14 Tage hierher zu kommen. Das war ein großzügiges Angebot, wenn man die Verkehrsverhältnisse jener Zeit mitbedenkt. Vom Ablauf des Konzertes wird berichtet, daß es dank der Mitwirkung von Frl. Marie Lenz, Herrn Basse und Ehrenmitglied Karl Lenz bestens verlaufen sei.
Im Frühjahr des Jahres 1898 fanden monatlich 2 Gesangsstunden des Gesangvereins „Liederkranz“ statt und 4 Stunden gemeinschaftlich mit dem Gesangverein „Teutonia“. Mit diesem Zustand waren aber die Sänger beider Vereine nicht zufrieden. Im Mai dieses Jahres kam dann der Umschwung der Meinungen. Es dauerte aber noch ein halbes Jahr, bis endlich am 18. 1. 1899 der Zusammenschluß erfolgen konnte. Nach Abänderung einiger Vereinsparagraphen wird der neue Name für die beiden ehemaligen Vereine kreiert und einstimmig angenommen: "“atzenelnbogener Gesangverein“. Seine erste Generalversammlung hielt der neue Verein bereits am 21. 1. 1899. Das Protokoll vermerkt dazu, daß es „nach schweren und heißen Kämpfen“ in der Sitzung am 18. 1. gelungen sei, den Namen des Vereins in „Catzenelnbogener Gesangverein“ zu verwandeln und hierdurch die Vereinigung der beiden Gesangvereine hergestellt worden sei, was von allen, die es ehrlich und aufrichtig mit der Pflege des deutschen Männergesangvereins meinen, seit Jahren erstrebt wurde.“ Die Versammlung fand im Gasthaus „Zum Deutschen Haus“ statt. Die denkwürdige Sitzung wurde mit folgenden Sätzen geschlossen: „Möge es nun gelingen, daß die sangesfrohen Männer und Jünglinge, die sich um die alte Fahne geschart haben, dieselbe stets hochhalten, und möge in dem neuen „Catzenelnbogener Gesangverein“ wahrer sangesbrüderlicher Geist herrschen und das deutsche Lied mit Begeisterung gepflegt werden, damit das neue Jahrhundert einen starken und blühenden Verein vorfinde. Das walte Gott.“
Was vor 88 Jahren gemeinsam begonnen wurde, hat seine Probe bestanden. Der „Catzenelnbogener Gesangverein“ ist ein starker und blühender Verein geworden.
Aus der Vereinsgeschichte  von 1899 - 1939
Eine Vereinsgeschichte darstellen heißt auch mit den Dirigenten bekannt zu machen, die gleichsam der Motor für die Gesangstätigkeit sind. Von ihrem Geschick und Können hängt auch die Bereitschaft der Sänger ab, mitzuarbeiten und ihr Bestes zu geben. Schließlich soll ja das Erarbeitete zu Gehör gebracht werden.
Bis zur Vereinigung der beiden Gesangvereine im Jahre 1899 sind folgende Dirigenten, die alle aus dem unmittelbaren Raum um Katzenelnbogen stammten, bekannt:
Lehrer Johann Heinrich Bautz und Oberlehrer Wickel (1837 - etwa 1860),
Lehrer Echternach aus Schönborn (1893/1894) und
Lehrer H. Paul aus Schönborn (1895/1896).
Sie dirigierten den Gesangverein „Liederkranz“. Wer zwischen 1860 und 1892 den Chor geleitet hat, darüber gibt es nur spärliche Angaben; auch ist ein Dirigentenname für den Gesangverein „Teutonia“ nirgends zu finden. Im Jahr 1896 übernahm der Uhrmacher Wilhelm Lenz, Katzenelnbogen, zusammen mit seinem Schulkameraden Bücher aus Westerburg die Dirigentenarbeit im Gesangverein „Liederkranz“. Nach dem Zusammenschluß der beiden Vereine im Jahr 1899 wurde dann Wilhelm Lenz allein Chorleiter. Unter seiner Stabführung hat der „Catzenelnbogener Gesangverein“ einen großen Aufschwung genommen. In Katzenelnbogen wurde das Weihnachtskonzert in jedem Jahr der Höhepunkt des musikalischen Geschehens. Im Sommer nahm der Verein in der näheren und weiteren Heimat an Gesangswettstreiten teil. Viele Preise wurden
errungen. Im Protokollbuch ist darüber vermerkt: „Dem Dirigenten wurde dafür gedankt, daß er es vermochte, den Verein auch unter schwierigen Verhältnissen auf der Höhe zu halten.“
Der erste Weltkrieg unterbrach begreiflicherweise die Gesangstätigkeit, die erst im Oktober 1919 wieder aufgenommen werden konnte. Vier Sangesbrüder kehrten aus dem Krieg nicht mehr heim. Nach vorübergehender Tätigkeit der Herren Axthelm und Lehrer A. Herold, Klingelbach übernahm noch einmal Wilhelm Lenz den Dirigentendienst, den er bis zum 5. 10. 1929 ausgeübt hat. Dann gab er die Arbeit in jüngere Hände. Als er im Dezember 1936 verstarb, sang der Chor an seinem Grab und sprach durch seinen Vorsitzenden Worte des Dankes aus.
Lehrer Bechtold aus Allendorf führte die Arbeit bis zum Jahr 1933 weiter. Er wurde von Hauptlehrer Zimmermann, Katzenelnbogen, abgelöst. In seine Zeit fiel Vorbereitung und Durchführung des 90jährigen Fahnenjubiläums und des 100. Geburtstages des Gesangvereins.
Der zweite Weltkrieg, in dem auch wieder einige Sänger ihr Leben ließen, unterband jede Weiterarbeit des Chores. Sie konnte erst wieder am 27.6. 1948 aufgenommen werden, zunächst mit Karl Becker, Schönborn, und dann mit Karl Schön aus Hausen über Aar.

In der Regel wurde wöchentlich eine Gesangsstunde abgehalten. Bei Bedarf, d. h. vor besonderen Veranstaltungen oder auswärtigen Sängerfesten, wurde auch 2 - 3 mal geübt. Aus dem Jahr 1907 wird berichtet, daß der Chor einmal mit nur 16 Sängern bei einem Sängerfest in Burgschwalbach auftrat. Der Protokollant vermerkte dazu: „Der größte Ort mit der kleinsten Sängerschar vermochte durch den schneidigen Vortrag des Liedes"“Wein her“ noch einen Achtungserfolg erzielen.“ Einige Jahre später hatte sich die Sängerschar mehr als verdoppelt.
Dieser Trend hielt an, als der Gesangverein nach dem ersten Weltkrieg wieder zum Neuanfang rief. Die Statistik läßt dies deutlich werden.

Jahr      Sänger     Inaktive
1923        47        58
1924       46          51
1925       52       66
1926       46       58
1927       56       56
1928       40       61
1929       34       60
1930       35       69
1931       44       59
1932       45       51
1933       39       43
1934       38       36
1935       38       33
1936       32       35
1937       28       36
Für die Jahre 1938 und 1939 liegen keine Zahlen mehr vor. Dann war der zweite Weltkrieg da.
Aus der Statistik geht auf jeden Fall hervor, daß in der Zeit zwischen 1923 und 1937 der „Catzenelnbogener Gesangverein“ oft mehr als 100 Mitglieder gehabt hat. Ein schönes Zeichen für Vereinstreue.
In den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen herrschte im Gesangverein reges gesellschaftliches Leben. Es fanden Liederabende und Konzerte statt. Man nahm sich des Theaterspielens an, um das sich Herr Friedleben sehr mühte und mit dem große Erfolge erzielt werden konnten. Es wurden Unterhaltungsabende mit auswärtigen Kräften durchgeführt, die von der Bevölkerung gut aufgenommen wurden. Auch wurden Fahrten in das Rheingebiet unternommen.
Es war für den Gesangverein außerdem eine selbstverständliche Pflicht, bei Hochzeiten und Beerdigungen von Vereinsmitgliedern zu singen wie auch am Volkstrauertag am Ehrenmal. An der Ausgestaltung des Bartholomäusmarktes war man beteiligt wie auch bei Veranstaltungen anderer Vereine.
Mit dem Jahr 1940 wurde dieser reichen Tätigkeit vorerst ein Ende gesetzt.

Höhepunkte im Vereinsleben
Am 8. 4. 1929 trat der „Catzenelnbogener Gesangverein“ dem Nassauischen Sängerbund bei und wurde dem Gau VIII Unterlahn angeschlossen. So konnte der 2. Gausängertag, der mit einem Wertungssingen verbunden war, in Katzenelnbogen stattfinden. Das war ein großes Ereignis für den Einrich, das Lahngebiet und Teile des unteren Westerwaldes. Ungefähr 500 Sänger mit 15 Vereinen nahmen an dem Tag teil und trugen ihr Liedgut vor, darunter schwierige Kunstchöre.
Vom Gausängertag wurde hinterher noch viel gesprochen. Er führte dem gastgebenden Verein auch neue Mitglieder zu.
Zu einem rechten Heimatfest mit Heimatabend und einem Festsingen am Sonntag wurde das 90jährige Fahnenjubiläum am 15. und 16. Juni 1934. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung und unter musikalischer Mitwirkung der Schuljugend von Katzenelnbogen und der Gesangvereine von Klingelbach und Laufenselden kam manch' schöne Perle aus dem Schatz des deutschen Liedes zum Vortrag. Die vereinigten Chöre beschlossen gemeinsam den offiziellen Teil, dem ein fröhliches Beisammensein bis in die Nacht hinein folgte.
In diese Zeit fiel auch die Begegnung mit einem Gesangverein aus Neunkirchen an der Saar. Es waren die Tage, da viel diskutiert wurde über die Frage, ob die Saarbevölkerung sich für Deutschland oder für Frankreich entscheiden würde. In dieser Situation hatten sich die Neunkirchener Sänger zu einer Fahrt ins Lahntal entschlossen und waren zu Pfingsten 1934 Gäste des „Catzenelnbogener Gesangverein“. Sie gestalteten einen Saarabend im Saalbau Biehl. Es kam zu guten Kontakten und zu einer Einladung, Neunkirchen aufzusuchen. Das geschah ein Jahr später, Mitte September 1935, als das Saargebiet in das deutsche Reich zurückgekehrt war. Gesangverein und Feuerwehrkapelle fuhren mit einem Sonderzug der Kleinbahn nach St. Goarshausen und von St. Goar über Bingerbrück nach Neunkirchen, wo ein herzlicher Empfang stattfand. Ein gemeinsames Singen, ein großes Platzkonzert der Katzenelnbogener und die Besichtigung der Neunkirchener Eisenwerke waren Höhepunkte der Begegnung. Im Protokollbuch des Gesangvereins heißt es abschließend: „Es war dies eine der schönsten Fahrten, die der Verein jemals gemacht hat, und allen, die sie miterlebt haben, wird sie in guter Erinnerung bleiben.“
Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte der Vorkriegszeit wurde das l00jährige Jubiläum am 14. und 15. Juli 1937, das Hauptlehrer Zimmermann als Dirigent mit dem Chor bestens vorbereitet und durchgeführt hat. In zwei ausführlichen Berichten hat die Zeitung den Ablauf jener Tage festgehalten. Darin heißt es: „Der Flecken erlebte mit seinem 100 Jahre alten Männergesangverein eine große und nicht alltägliche Zeit. Der Ort hatte ein festliches Kleid angelegt. Bei Einbruch der Dunkelheit marschierte eine große, freudig erregte Festgemeinde unter den Klängen der Musik zum großen Festzelt auf dem Marktplatz, die alte Fahne des Jubelvereins mit sich führend. Die geräumige Festhalle, recht ordentlich geschmückt, nahm Gäste und Sänger auf. Unter ihnen sah man die Vertreter der Staatsbehörden und des deutschen Sängerbundes. Auch der mitarbeitende Männergesangverein Laufenselden war vollzählig erschienen. Nach einer herzlichen Begrüßung nahm die Chorfeierstunde ihren Anfang.“
An anderer Stelle heißt es dann weiter: „Der leider verregnete Sonntag Vormittag brachte dann ein Wertungssingen, an dem 15 Männergesangvereine teilnahmen. Anwesend waren die Chöre von Balduinstein, Weinähr, Roth, Oberfischbach, Herold, Klingelbach, Biebrich, Wasenbach, Berghausen, Eisighofen, Dörnberg, Allendorf, Holzappel, Kördorf und Bad Ems.  Als die Regenwolken sich dann verzogen hatten, bewegte sich ein großer Festzug mit fliegenden alten Sängerfahnen zum FestzeIt, wo die während der Mittagspause vorbereiteten Massenchöre "Frisch gesungen" von Silcher, "Kein schöner Land" von Lang und "Deutschland" von Werner zum Vortrag kamen. In einer Abschlußrede faßte Bürgermeister Stauch zusammen: "Der Weg zum deutschen Volkstum ist zu allen Zeiten immer vom deutschen Lied begleitet worden. Solche Stunden, solche Tage brauchen wir, solange wir noch Sinn für Ideale besitzen. Dann findet alle Arbeit der letzten Wochen und Monate schönsten und reichsten Lohn."

Neuanfang der Chorarbeit nach dem zweiten Weltkrieg
Die Jahre nach dem zweiten Weltkrieg brachten überall im Land der Chorarbeit neuen Auftrieb. Auch in Katzenelnbogen war das so. Es wurde fleißig geübt, gesungen und mit andern Gesangvereinen zusammen manches Fest gestaltet. Gesangwettstreite fanden statt wie auch in früheren Zeiten; aber es setzten sich auch allmählich neue Vorstellungen durch. „Gemeinsames Singen mehrerer Chöre fördert die Gemeinschaft“ wurde Parole. Die Dirigenten, die meist mehreren Vereinen zur Verfügung standen, schlugen deshalb gemeinsames Auftreten ihrer Chöre vor und fanden den Beifall ihrer Sänger. Es bildeten sich Chorgemeinschaften. So kam es seit 1952 zur Chorgemeinschaft Schön. Karl Schön aus Hausen, der außer dem „Catzenelnbogener Gesangverein“ die Chöre Holzhausen über Aar, Kettenbach und Kaltenholzhausen dirigierte, gestaltete Liederabende, die bald in Katzenelnbogen, aber auch in den genannten Orten wiederholt wurden. Sänger des Einrichs und der Aar sahen sich also öfters, lernten sich kennen und schlossen Freundschaft. Das Singen hat sie zusammengeführt, und die Zuhörer haben es ihnen gedankt.
Als im Jahr 1959 Richard Schuhmacher aus Oberfischbach Dirigent des Katzenelnbogener Vereins wurde, setzte sich die junge Tradition fort, d. h. es kam zur Chorgemeinschaft Schuhmacher, die sich aus den Chören Ober- und Mittelfischbach, Berndroth, Rettert, Mudershausen, Biebrich und Katzenelnbogen bildete. In der 21jährigen Tätigkeit dieses unermüdlichen Dirigenten, von dem es in einem Zeitungsbericht einmal heißt, „daß er, obwohl Autodidakt, mit großem Idealismus auf dem Einrich chormusikalisch wirkt“, kam es zu vielen Begegnungen mit anderen Chören. Erwähnt sei ein Gruppensingen im Jahr 1966 in Dörsdorf, an dem 350 Sänger aus 12 Einrichgemeinden teilnahmen, und die Chorgemeinschaft Schuhmacher mit ihren sechs Vereinen mit „"Sehr gut bis Hervorragend“ bewertet wurde. Es wurde auch selbstverständlich, daß die Chorgemeinschaft am großen Heimatfest des Einrichs, am Bartholomäusmarkt, auftrat und die Festbesucher mit immer neuem Liedgut erfreute.
Als Richard Schuhmacher nach über 20jähriger Tätigkeit als Chorleiter am 9. 9. 1980 vom 1. Vorsitzenden Alex Horn verabschiedet wurde, ging eine Zeit zu Ende, die getragen war von gutem gegenseitigem Einvernehmen. Im Protokollbuch wurde festgehalten: „Alex Horn bedankte sich mit sehr bewegten Worten bei unserem scheidenden Chorleiter für seine Mühen, die er während der gesamten Jahre dem Chor zukommen ließ.“
Den Dirigentenstab übernahm am 23. 9. 1980 Edgar Vogt aus Diethard, der bis heute die Leitung des Chors innehat und in den sieben Jahren sein Können ganz in den Dienst des Männergesangvereins gestellt und beachtliche Leistungen hervorgebracht hat. Ganz von selbst ergab sich auch eine Verbindung zu den anderen Chören, die Edgar Vogt schon betreute. Die Chorgemeinschaft Vogt wurde Wirklichkeit. Bereits am Buß- und Bettag 1981 konnten die Männerchöre Katzenelnbogen und Attenhausen, der „Gemischte Chor Oelsberg“ und der „Kirchenchor Winterwerb“ in der evangelischen Kirche Nastätten ein Chorkonzert aufführen, das großen Anklang bei den versammelten Zuhörern fand. Seit dieser Zeit findet dieses Konzert der Chorgemeinschaft Vogt in jedem Jahr am Buß- und Bettag abwechselnd in den evangelischen Kirchen Nastätten und Klingelbach statt und wird jedesmal dankbar von allen der Chormusik zugetanen Menschen aufgenommen.

Begegnungen mit den Chören Hilden und Lüdenscheid
Die geschilderten Chorgemeinschaften waren dank des Einsatzes von drei Dirigenten zustande gekommen. Darüber hinaus kam es aber auch zu Freundschaften mit zwei Männergesangvereinen, die durch Vermittlung von zwei Sängern Wirklichkeit wurden, nämlich durch Rudolf Herzog und Klaus Hartung. Herzog, der Mitglied des „Catzenelnbogener Gesangvereins“ gewesen war, hat nach seinem Wegzug die erste Verbindung mit dem „Männergesangverein Hilden“ im Rheinland hergestellt. Bereits im Sommer 1951 waren die Hildener zum erstenmal in Katzenelnbogen und gaben zusammen mit dem Katzenelnbogener Verein „ein volkstümliches Konzert.“ Das „Mandolinenorchester Hilden“ wiederholte einen Besuch, der „Catzenelnbogener Gesangverein“ machte im Mai 1957 einen Gegenbesuch und verbrachte schöne Stunden mit den Sängern in Hilden, wobei das Singen nicht zu kurz kam. Auch beim 111. Stiftungsfest des Hildener Gesangvereins im Oktober 1975 waren die Katzenelnbogener Sänger in Hilden und später die Hildener wieder in Katzenelnbogen.
Die Verbindung zum „Lüdenscheider Männergesangverein“ kam durch Klaus Hartung zustande, der dort mehrere Jahre beruflich tätig und 11 Jahre Mitglied des dortigen Vereins gewesen war. Auch hier kam es bald zu mehreren gegenseitigen Besuchen. Ein gemeinsames Freundschaftssingen in Katzenelnbogen, das mit einer Fahnenweihe verbunden war, hatte die Lüdenscheider am 21. 10. 1978 zur Fahrt in den Einrich veranlaßt. Die beiden Vereine, zu denen sich noch der Frauenchor Klingelbach gesellte, gestalteten die Feier mit Gesangsdarbietungen aus ihrem reichhaltigen Repertoire, und der Vorsitzende des Sängerkreises Unterlahn Fr. Wilhelm Stein nahm die Weihe der neuen Fahne des „Catzenelnbogener Gesangvereins“ vor, die der verstorbene Sänger Adolf Grein bei dem 140. Jubiläum des Vereins „als Zeichen seiner Verbundenheit mit den Katzenelnbogener Sängern“ gestiftet hatte. Dessen Witwe, Elfriede Grein, die für die Sänger immer ein offenes Ohr hatte, hatte den Wunsch ihres Mannes in die Tat umgesetzt und die neue Vereinsfahne persönlich überreicht.
Der Katzenelnbogener Chor nahm 1980 am 125. Stiftungsfest des Lüdenscheider Gesangvereins teil und hat dort mit seinen Vorträgen viel Applaus ernten dürfen und neue Freunde gefunden. Seitdem bestehen die geknüpften Verbindungen auch weiterhin.
Matinee- Veranstaltungen
Eine andere Art, die Bevölkerung mit dem Liedgut der Gesangvereine vertraut zu machen, wurde die Matinee-Veranstaltung im Schloßhof, die im Jahr 1979 erstmals durchgeführt und durch einen Gottesdienst eingeleitet wurde. Der Schloßhof war überfüllt. Gäste von auswärts waren der Frauenchor Ober- und Mittelfischbach sowie die Männergesangvereine Wallertheim und Dreieichenhain. Auch in den folgenden Jahren fand diese Art der Darbietung in Katzenelnbogen großen Anklang, auch wenn das Wetter nicht immer mitspielte. So mußte 1981 die Feier kurzfristig auf das teils überdachte Schulgelände verlegt werden. Der Frauenchor Langenscheid, der Männergesangverein Klingelbach, der durch den Frauenchor Klingelbach verstärkt war, und der Männergesangverein Schönborn nahmen an diesem Singen teil.
Gesellige Zusammenkünfte, Wanderungen und Fahrten
Das älteste Fest in Katzenelnbogen ist der Bartholomäusmarkt, dessen Mitgestaltung sich der Gesangverein nicht nehmen ließ. In jedem Jahr galt es und gilt es, einen Festzug herzurichten. Neue Motive müssen im Rahmen der vorgegebenen Thematik gefunden werden. Mit viel Einfallsreichtum und handwerklichem Können geht es jedesmal an's Hämmern und Gestalten, und der Beifall bleibt dann bei den Tausenden von Zuschauern nie aus. Unter den vielen Darbietungen humoristischer Art sei nur an eine erinnert, an den Festwagen „Meuterei auf der Bounty“ (1980). Für Auf- und Ausbau waren über 350 Arbeitsstunden verwendet worden. Die abenteuerliche Fahrt durch die Straßen der Stadt war ein Ereignis für sich. Daß das Thema im Jahr 1981 noch einmal im Heimatfest aufgegriffen wurde, in dem in Sketchvorträgen und Gesängen die „Seereise“ besungen wurde, verwundert nicht. Anhaltender Beifall war der Dank der Festgäste. Zu den Geselligkeitsveranstaltungen gehören auch die alljährlich sich wiederholenden karnevalistischen Sitzungen, die mit der Freiwilligen Feuerwehr zusammen vorbereitet und durchgeführt wurden. Ein gut gestaltetes Programm, in dem besondere heimische Geschehnisse aufs Korn genommen wurden, sorgte jedesmal für Fröhlichkeit und Stimmung. Das gilt auch für alle internen Familientreffen.
Mit der Freiwilligen Feuerwehr zusammen fanden auch alljährlich Wanderungen und Reisen statt, die sich größter Beliebtheit erfreuten. Neue Gegenden im In­ und Ausland kennen zu lernen, anderen Menschen zu begegnen, untereinander Freundschaft und Kameradschaft zu pflegen, gehörte zu den selbstgesetzten Zielen. Wanderungen in die Umgebung, nach Rettert, in den Rother Wald, nach Hohlenfels, Fahrten in den Odenwald, nach Bad Münster am Stein, zur Burg Eltz und nach Altenahr, in den Rheingau, nach Dieblich an der Mosel, nach Wallertheim und nach Dreieich, mehrtägige Fahrten in die Dolomiten, nach Cortina und Venedig (1978) sowie ein Jahr später nach Pfrunds in Tirol und weiter nach St. Moritz in der Schweiz werden in der Erinnerung aller Teilnehmer fortleben.
Bei all diesen Veranstaltungen und Fahrten hat es sich bewährt, daß der Gesangverein einen Vizedirigenten hat, der jederzeit einspringen und den Dirigentenstab übernehmen kann. In Klaus Hartung hat der „Catzenelnbogener Gesangverein“ einen solchen bewährten Aushelfer. Seit langen Jahren übt er tonsicher sein Amt aus und weiß Edgar Vogt gut zu vertreten. Daß er darüber hinaus auch noch über andere Gaben verfugt, als Ansager und Conferencier bei den verschiedensten Festen, das hat er mehr als einmal unter Beweis gestellt.
Ein besonderes Sängerjubiläum
Eines Sängers muß am 150. Jubiläumstag besonders gedacht werden, der heute nicht mehr unter den Lebenden weilt, aber schon Sänger war, als die beiden Gesangvereine sich im Jahr 1899 zusammenschlossen und dann 75 Jahre lang „ein Pionier des Chorgesangs“ in Katzenelnbogen war: Heinrich Heuser.
Wer ihn gekannt hat, den lebhaften, fröhlichen, immer zu guten Späßen aufgelegten 1. Tenor, weiß, daß er das Rückgrat des „Catzenelnbogener Gesangvereins“ war. In einem schönen Liederabend am 4. 5. 1974 hat man ihn im übervollen Saal des Gasthauses „Zum grünen Wald“ geehrt. Nach einem ausführlichen Bericht der Zeitung kam der Alterspräsident Heinrich Heuser selbst zu Wort und hat aus der Erinnerung heraus seine Sängertätigkeit so dargestellt.
„Unter acht Dirigenten habe ich gesungen und habe mitgeholfen, den Namen Katzenelnbogen im Lied bekannt zu machen. In meinem Haus wird nun in der vierten Generation gesungen.“
Heinrich Heuser war von 1934 - 1939 Vorsitzender des Gesangvereins. Bei den verschiedensten Gelegenheiten hat er immer wieder die Sängerschar zum Zusammenhalt gemahnt und für die Sache des Männerchores geworben. Der 90jährige wurde vom deutschen Sängerbundspräsidenten während des genannten Liederabends durch den Sängerkreisobmann Keiling geehrt, wobei bedauernd festgestellt wurde, daß für ein 75jähriges Sängerjubiläum noch keine Ehrennadel geschaffen worden sei. Heinrich Heuser wurde am 3. 10. 1974 unter Beteiligung des Gesangvereins zur letzten Ruhe geleitet.
Fast fünf Generationen im Männerchorwesen
Unter dieser Überschrift faßte die Heimatzeitung vom 23.9. 1962 zusammen, was Rektor Göbler damals anläßlich des 125jährigen Jubiläums des „Catzenelnbogener Gesangvereins“ in seiner Festrede zum Ausdruck gebracht hat:
„Die Gründung des „Catzenelnbogener Vereins“ 1837 zeugt von großem Verantwortungsbewußtsein und Ringen um Einheit und Freiheit neben dem Wunsch, das deutsche Liedgut zu pflegen und zu erhalten. 125 Jahre Männergesangverein seien eine lange Zeit und umfassen eine Zeitspanne von über vier Generationen.
Politische Stimmungen und Umwälzungen hätten entscheidend die Struktur der letzten Jahrhunderte bestimmt, und darin eingebettet und unlöslich damit verbunden sei die Bewegung der deutschen Männerchöre, führte der Redner weiter aus.
Daß auch die Freude am Gesang die Menschen zusammenführte, zeigt ein Blick in die Vereinschronik, wo von zwei Abend- und einer Sonntagsprobe je Woche berichtet wird. Mit viel Elan wurde damals begonnen, und wie im ganzen Chorwesen nahm der Verein einen schnellen Aufstieg. Schon 1844 konnte die erste Vereinsfahne geweiht werden, die noch heute in hohen Ehren gehalten wird. Höhepunkte des Vereinsgeschehens waren im Jahre 1894 das 50 jährige Fahnenjubiläum, 1924 und 1934 das 80- und 90jährige Fahnenjubiläum und die 1OO-Jahr­Feier im Jahr 1937. Damals wurde dem Verein die Ehrenurkunde des Deutschen Sängerbundes verliehen sowie die Schubert-Plakette mit der Zahl 100 und die Goldene Zelter-Plakette. Daß der Chorgesang nach jedem Krieg immer wieder aufgenommen und sich immer weiter aufwärts entwickelte, zeigt die starken Kräfte, die in ihm liegen, und die Sangesfreunde zu ihm hinzieht. Was wäre das Leben einer Stadt oder Gemeinde ohne die kulturelle Arbeit der Männerchöre in den letzten Jahrzehnten gewesen und was wäre sie heute noch. Die wichtigste Aufgabe der Gegenwart sei für die Gesangvereine, für Nachwuchs zu sorgen und breiteste Kreise für das deutsche Lied zu gewinnen und damit Freude zu spenden und zu empfangen, schloß der Festredner seine Ausführungen."
Den Wünschen von damals im Blick auf die Zukunft der Männergesangsarbeit ist nichts hinzuzufügen.
R. Herold